Praktikumsstelle – was wirklich zählt

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Ein Praktikum ermöglicht einen Einstieg in einen Bereich und ist häufig verpflichtend vorgeschrieben: Vorpraktikum, Praxissemester, Fach-, Auslands- oder Anerkennungspraktikum – in jedem Abschnitt deines Studiums ist es wichtig, praktische Erfahrungen zu sammeln. Mittlerweile hat es sich unter den meisten Studenten herumgesprochen, dass es unter den Unternehmen, die Praktika für Studierende anbieten, schwarze Schafe gibt: Manche Firmen sind auf der Suche nach einer möglichst kostengünstigen Arbeitskraft und wollen diese Stelle mit einem intelligenten und gleichzeitig engagierten Mitarbeiter besetzen.

Das Portal bachelor-studium.net bedauert, dass es nach wie vor kein Gesetz gebe, in dem u. a. die Inhalte von Praktika verbindlich geregelt würden. Diese „Gesetzlosigkeit“ macht es erforderlich, Eigeninitiative zu ergreifen und sich diejenigen Praktikumsstellen aus der Masse herauszupicken, die für die eigene Zukunft eine optimale Grundlage bilden.

Damit du den größtmöglichen Nutzen aus dieser praktischen Erfahrung ziehen kannst, haben wir dir ein paar Kriterien zusammengestellt, die du beachten solltest. Beispielsweise ist es sinnvoll, anhand von Internetrecherchen oder Fragen im Vorstellungsgespräch herauszufinden, ob die einzelnen Punkte zutreffen.

Das sind die wichtigsten Kriterien für ein gutes Praktikum

Die Website Praktikum.info hat zentrale Kriterien zusammengestellt, die eine gute Praktikumsstelle ausmachen. Im Nachfolgenden sind diejenigen davon, die am wichtigsten erscheinen, sowie weitere wichtige Punkte:

Erwerb komplexer Fähigkeiten

Handelt es sich bei der Tätigkeit, die du in erster Linie ausüben wirst, um eine monotone Arbeit, die man innerhalb kurzer Zeit beherrschen kann, wie etwa das Kopieren von Dokumenten? Dann wird dir das Praktikum für deine spätere Berufspraxis kaum Nutzen bringen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dir bei einer wirklich guten Stelle nie Routineaufgaben übertragen werden dürfen. Doch sollte der Großteil der Aufgaben spannend und herausfordernd sein, und die Stelle sollte dir eine steile Lernkurve bieten.

Eigene Projekte

Das meiste Wissen erwirbt man, wenn man ein eigenes Projekt in die Praxis umsetzt und mit den dabei entstehenden Problemen konfrontiert wird – oder wie es auch so schön heißt: Learning by Doing. Kenntnisse, die im praktischen Kontext erworben wurden, bleiben in der Regel am längsten im Gedächtnis. Auch hat man nach Beendigung des Praktikums etwas vorzuweisen: Erfolgreiche eigene Projekte, die man im Lebenslauf oder auch in einem Vorstellungsgespräch erwähnen kann, sind nicht selten die Eintrittskarte für einen neuen Job.

Berufliche Orientierung

Wichtig ist zudem, dass der Praktikant von dem Betrieb nicht als Ersatz für eine Vollzeitkraft eingesetzt wird. Der eigentliche Sinn eines Praktikums ist es, dem Praktikanten eine berufliche Orientierung zu erleichtern. Gerade aufgrund dieses Orientierungscharakters absolvieren nicht wenige Studenten mehr als nur ein freiwilliges Praktikum: Sie sind sich nicht sicher, ob ein Bereich der richtige für sie ist.

Weiterbildungen

Besonders zu loben sind diejenigen Betriebe, die ihren Praktikanten Fortbildungen anbieten. Denn: Häufig ist etwas theoretischer Input erforderlich, um praktische Aufgaben besser bewältigen zu können. Vor diesem sollte man auch nicht zurückschrecken, denn in vielen Bereichen gilt das Prinzip des lebenslangen Lernens.

Praktikum - zahlreiche Kriterien sind für deinen Erfolg wichtig

Bildquelle: www.istockphoto.com / g-stockstudio

Praxisbezug zu deinem Studium

Willst du später nicht dauernd gefragt werden, warum du eigentlich dein Studienfach belegt hast? Wenn du gern einen Praxisbezug zu deinem Studiengang herstellen willst, kann es sich lohnen, ggf. auch etwas länger nach einem geeigneten Praktikumsplatz Ausschau zu halten. Nicht immer muss der naheliegendste Bezug zur Theorie hergestellt werden: Bei den Firmen und Institutionen, die von deinem Professor empfohlen wurden, werden sich nämlich auch sehr viele Kommilitonen bewerben. Blicke ruhig über den Tellerrand, verschaffe dir einen Überblick, welche Möglichkeiten du mit deinem Studium hast, und gehe gern auch einmal einen weniger konventionellen Weg.

Namhaftes Unternehmen

Wie oben angedeutet, muss es sich bei deinem Praktikums-Arbeitgeber nicht immer um ein Weltunternehmen oder ein renommiertes Institut handeln. Auch eine Mitarbeit bei einem Start-Up, welches sich in bestimmten Bereichen einen Namen in der Branche gemacht hat, kann sich lohnen. Während dich in einem größeren Unternehmen meist eine sehr klare Praktikumsstruktur erwartet, kann ein kleinerer Betrieb manche Überraschung für seine Praktikanten bieten.

Angemessene Bezahlung

Für Pflichtpraktika erhält man im Normalfall kein Gehalt. Wenn du hingegen nach Abschluss deines Studiums ein freiwilliges Praktikum absolvierst, hast du das Recht auf Mindestlohn. In manchen Stellenanzeigen wird erwähnt, das Gehalt sei Verhandlungsbasis. In diesem Fall kommt es darauf an, dein eigenes bisheriges Können geschickt hervorzuheben. Auch ein gestaffeltes Gehalt ist möglich, also ein geringes Einstiegsgehalt, das sich nach und nach erhöht.

Der Idealfall: Übernahme nach Praktikumsende

Viele Praktikumsstellen locken mit der Aussicht, danach übernommen werden zu können. Groß ist die Enttäuschung dann in Fällen, in denen es nicht geklappt hat. Doch was kann man tun, um die Erfolgschancen zu erhöhen?

Damit alles bestmöglich abläuft, sollte man sich bereits vor der Bewerbung auf eine Praktikums-Stellenanzeige fragen: Passt dieses Unternehmen zu mir? Wenn man sich auch im letzten Drittel des Praktikums noch sicher ist, dass es sich um einen Arbeitgeber handelt, für den man gern längerfristig tätig sein möchte, kann man bei einer guten Gelegenheit einmal vorfühlen: Etwa kann man anmerken, dass man sich sehr darüber freuen würde, nach Ende des Praktikums übernommen zu werden.

In manchen Fällen wird eine anschließende Übernahme weder in der Stellenanzeige in Aussicht gestellt, noch stellt sich während des Praktikums die Frage, ob der Praktikant danach fest angestellt wird. Auch ein solches Praktikum kann sich Jahre später als großer Vorteil erweisen, etwa dann, wenn eine interessante Position bei dem ehemaligen Praktikumsbetrieb offen ist.

Noch ein paar Tipps zum Schluss

Ein freiwilliges Praktikum eignet sich gut dazu, Phasen zwischen zwei Ausbildungsabschnitten zu überbrücken. Es ist dann von einem sogenannten „Überbrückungspraktikum“ die Rede. Besonders viel Lebenserfahrung kannst du häufig sammeln, wenn du ein Auslandspraktikum absolvierst. Und: Nicht wenige Betriebe setzen für unterschiedliche Positionen Auslandserfahrung voraus.

„Der ewige Praktikant“ hat ausgedient: Es ist nur davon abzuraten, ein Praktikum nach dem anderen zu absolvieren, denn das wirkt dann in deinem Lebenslauf entweder so, als hättest du dich nicht für einen Fachbereich oder einen Betrieb entscheiden können, oder als wäre kein Betrieb von dir genug überzeugt gewesen, um dich zu übernehmen. Um einem solchen Dilemma vorzubeugen, ist es ratsam, viel Zeit in die Beobachtung des Stellenmarkts zu investieren, um keine Chance zu verpassen, die dir so manches Praktikum erspart!

Wie jeder andere Arbeitnehmer hast auch du als Praktikant übrigens Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Sollte dieses nicht so schnell ausgestellt werden oder sind nicht alle wichtigen Punkte enthalten, so hake einfach nach.

Wir wünschen dir viel Erfolg bei der Suche nach einem Praktikumsplatz!

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