Traumjob in Sicht! Endlich hast du es geschafft: Du hast eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bei deinem Wunscharbeitgeber bekommen. Doch je näher der entscheidende Tag kommt, desto nervöser wirst du, denn dieses erste Kennenlernen willst du auf keinen Fall in den Sand setzen. Der erste Eindruck ist ja bekanntlich sehr wichtig, vor allem dann, wenn es um einen neuen Job geht. Die selektive Wahrnehmung der Menschen ist trügerisch, kann jedoch auch zu deinem Vorteil ausgelegt werden. Aber wie sollst du deine Nervosität nun bei all dem Druck nur in den Griff bekommen und den Personaler von dir überzeugen? 

Pssst! Wir haben da ein paar Geheimtipps für dich. Um dich optimal zu präsentieren kannst du nämlich zu kleinen Tricks aus der Psychologie greifen, mit deren Hilfe es dir gelingen wird, deinem Gegenüber die Person zu zeigen, die du wirklich bist: sympathisch und kompetent! 

Hier sind acht Psycho-Tricks, die du für dein perfektes Vorstellungsgespräch kennen solltest:

1. Mirroring

Wir Menschen fühlen uns stärker mit Menschen verbunden, die uns ähnlich sind. Und das auf unterschiedlichen Ebenen. So fühlen wir uns unterbewusst sofort wohler, wenn unser Gegenüber eine ähnliche Körperhaltung, Mimik oder Sprache verwendet. Durch das sogenannte „mirroring“, also das Spiegeln der Verhaltensweisen des Gesprächspartners, macht man sich diesen Effekt zunutze und gewinnt schnell Sympathiepunkte. 

Achte also in deinem Vorstellungsgespräch darauf, welche Gesten der Personaler benutzt, wie laut oder leise er spricht, welche Wörter er verwendet und auch, wie schnell oder langsam er redet und passe dein eigenes Verhalten daran an. Natürlich sollte er auf keinen Fall bemerken, dass du ihn nachahmst. Übertreibe es deshalb nicht. Du solltest dabei immer noch natürlich und du selbst bleiben.

2. Gemeinsamkeiten finden

Auch dieser Psycho-Trick basiert darauf, dass wir Menschen meist mehr mögen, wenn sie Gemeinsamkeiten mit uns haben. Außerdem sind übereinstimmende Hobbies, Haustiere, Ansichten oder sonstige Interessen ein tolles Gesprächsthema, das schnell zu einem Eisbrecher werden kann. 

Wenn du bereits vor dem Termin die Möglichkeit hast, über deinen Gesprächspartner zu recherchieren, dann versuche herauszufinden, ob es irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen euch gibt und lasse diese beiläufig in das Gespräch miteinfließen. Ansonsten kannst du dies auch eventuell während des Gesprächs herausfinden, wenn du aufmerksam bist und die richtigen Fragen stellst. Bleib jedoch in jedem Fall ehrlich und erzwinge keine Gemeinsamkeiten, wenn es keine gibt. Dies kann schnell nach hinten losgehen und ziemlich peinlich werden. 

3. Die Farbe deines Outfits

Farben haben einen großen Effekt auf unser Unterbewusstsein. Wir assoziieren verschiedene Gefühle und Emotionen mit ihnen und lassen uns oft mehr davon beeinflussen, als uns bewusst ist. Achte deshalb bei der Wahl deines Outfits für das Vorstellungsgespräch unbedingt auf die zu dir und der offenen Stelle passenden Farben. 

Generell werden für Vorstellungsgespräche meist die Farben schwarz oder dunkelblau empfohlen. Dunkelblau erscheint nämlich seriös und vertrauenswürdig und symbolisiert zudem Teamfähigkeit. Schwarz wirkt stark und strahlt Führungspotenzial aus. In gewissen Branchen ist auch die Farbe grau zu empfehlen, welche für analytisches und rationales Denken steht. Weiß dagegen strahlt Ehrlichkeit und organisatorisches Talent aus, braun Zuverlässigkeit und Belastbarkeit. In kreativeren Branchen kannst du gerne auch mit etwas bunteren Farben wie rot (kraftvoll, Selbstbewusstsein) oder lila auftreten. Orange wirkt jedoch meist eher billig und unprofessionell. 

Der Halo Effekt
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4. Der Halo-Effekt

Der Halo-Effekt ist ein Wahrnehmungsfehler, bei dem einzelne Eigenschaften einer Person, wie beispielsweise ihre Attraktivität oder ihr Ruf so präsent für uns sind, dass sie den Gesamteindruck „überstrahlen“ wie bei einem Heiligenschein, auf Englisch „halo“. Man schließt also von bereits bekannten Eigenschaften auf mögliche unbekannte Eigenschaften, die zu ersteren passen.

Diesen Effekt kannst du in deinem Vorstellungsgespräch dazu nutzen, um deine Chancen auf deinen Traumjob zu erhöhen. Ein einziges positives Merkmal kann dich oft sofort in einem guten Licht erscheinen lassen. Achte deshalb darauf, dass die ersten Informationen, die du über dich preisgibst, einen sympathischen Eindruck erwecken. Der Beginn des Gespräches ist hierbei besonders wichtig, da die zuerst erfahrenen Informationen von unserem Gegenüber höher gewichtet werden. Hier kannst du dir natürlich auch alle vorherigen Tipps zunutze machen. 

5. Priming

Dass unsere Wortwahl, Körpersprache, Gestik und Mimik viel mehr ausdrücken, als uns bewusst ist, weißt du ja nun bereits. Durch ihren Einsatz lösen wir bei unserem Gesprächspartner unterbewusst verschiedene Assoziationen, Erinnerungen und Emotionen aus. Diese Tatsache macht sich das sogenannte Priming zunutze – eine Technik, die unser Denken beeinflussen und manipulieren kann.

Durch eine unterschwellige Aktivierung von Assoziationen kannst du darauf Einfluss nehmen, wie der Personaler über dich denkt. Deshalb ist es wichtig, dass du in deinem Vorstellungsgespräch möglichst viele positive Wörter verwendest, um bei deinem Gesprächspartner positive Gefühle auszulösen. Priming kannst du außerdem auch bei dir selbst kurz vor dem wichtigen Gespräch anwenden. Konzentriere dich auf deine Erfolge und gehe mit der richtigen Einstellung in den Raum. Das gibt dir mehr Selbstbewusstsein, was du auch sofort ausstrahlst. 

6. Self fulfilling prophecy

Daran knüpft auch gleich schon der nächste Tipp an: die „Self fulfilling prophecy“, also selbst erfüllende Prophezeiung. Nach dieser Theorie kann das erwartete Verhalten einer Person durch das eigene Verhalten herbeigeführt werden. 

Erwarte deshalb schon vor dem Gespräch, dass dir der Personaler sympathisch ist, und versuche während des Kennenlernens möglichst viele sympathische Aspekte deines Gegenübers zu finden. Eine positive Erwartungshaltung wird oft unterschätzt, hat jedoch einen enormen Effekt. Und zwar sowohl auf uns als auch auf unser Umfeld. 

Psycho-Tricks bei Vorstellungsgesprächen
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7. Der Primacy-Recency-Effekt

Den Primacy-Effekt hast du bereits in Verbindung mit dem Halo-Effekt kennengelernt. Er besagt, dass zuerst genannte Antworten einen größeren Einfluss auf uns haben und unser Gehirn sich besser an sie erinnert. Der Recency-Effekt ist das Gegenstück dazu und besagt, dass auch das Ende eines Gesprächs besser erinnert wird, als der Mittelteil. 

Sorge also dafür, dass du einen bleibenden Eindruck beim Personaler hinterlässt, indem du dich nicht nur zu Beginn voll reinhängst, sondern auch am Ende des Gesprächs noch einmal gutes Selbstmarketing betreibst.

8. Generationenunterschiede

Je nachdem wie alt dein Gesprächspartner ist und welcher Generation er angehört, hat er andere Vorstellungen und Anforderungen. Besonders in der Arbeitswelt unterscheiden sich diese oft immens.

  • Für einen Personaler der Generation Y, also im Alter zwischen 20 und 30 Jahren stehen vermutlich Selbstverwirklichung und Individualität im Vordergrund. Er schätzt meist eher visuelle Beispiele deiner Arbeit und freut sich darüber, wenn du durch Originalität und Multitaskingfähigkeiten herausstichst.
  • Ein Personaler der Generation X (30 bis 50 Jahre) dagegen legt Wert auf eine gute Work-Life-Balance und schätzt Kreativität.
  • Baby-Boomer im Alter von 50 bis 70 Jahren sind sehr leistungsorientiert. Bei Personalern dieser Generation punktest du, wenn du ihnen Respekt und Anerkennung zeigst und versprichst, hart zu arbeiten, um deine Ziele zu erreichen.
  • Die sogenannte Stille Generation ist mittlerweile zwischen 70 und 90 Jahre alt und schätzt Loyalität und Hingabe. 

Fazit

Das Wissen der Psychologie kann dir nicht nur im Vorstellungsgespräch behilflich sein, sondern auch in deinem weiteren Arbeitsleben oder deinem Alltag. Dabei geht es nicht darum, Menschen bösartig zu manipulieren, sondern ihnen, und auch dir selbst, ein gutes Gefühl und eine schöne Grundstimmung zu vermitteln. Manipulation muss nicht immer etwas Schlechtes sein, tatsächlich gehört Beeinflussung zu jeder menschlichen Interaktion und kann somit auch gezielt positiv eingesetzt werden. Das Bewusstsein über psychologische Tricks ermöglicht es dir, besser mit anderen Menschen, wie beispielsweise deinen Kollegen, umgehen zu können, und sorgt für mehr Spaß mit dem Gesprächspartner. Auch als Führungskraft ist dieses Wissen sehr nützlich.

Wichtig für dein Vorstellungsgespräch ist jedoch, dass du dich nicht verstellst und dir selbst treu bleibst. Nur so findest du auch einen Job, der wirklich zu dir passt. Alle genannten Tipps und Tricks solltest du mit deinem natürlichen Verhalten in Einklang bringen und dich dabei auf keinen Fall künstlich verbiegen. Glaube an dich, lächle und sei du selbst. Und wenn es so sein soll, dann wird es auch klappen!

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