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Deutsches Bier ist weltberühmt und steht für Tradition, Qualität und eine beispiellose Vielfalt. Die mehr als 1.300 deutschen Brauereien produzieren im Jahr rund 100 Millionen Hektoliter Bier. Der Großteil davon wird in Deutschland getrunken, der Rest exportiert. Die Brauwirtschaft gehört damit zu den wichtigsten Zweigen der deutschen Lebensmittelbranche und ist ein bedeutender Arbeitgeber für zehntausende von Menschen. Und der Braumeister spielt eine entscheidende Rolle in diesen Unternehmen.

Aufgaben: Was macht ein Braumeister?

Braumeister sind Lebensmitteltechniker, die sich mit der Bierherstellung befassen. Sie steuern und überwachen den gesamten Brauprozess: vom Einkauf der Rohstoffe bis zur Abfüllung der Biere. Dazu gehören außerdem die Bewertung von Gerste, Weizen und Hopfen sowie die Zubereitung von Malz, der Einsatz von Hilfsstoffen oder die Wartung und Bedienung von Abfüll- und Brauanlagen. Um die Qualität des Bieres sicherzustellen, sind Kenntnisse in Mikrobiologie, Botanik, Biochemie und Analytik unverzichtbar.

Ausbildung zum Braumeister

Wie in vielen anderen Berufen auch, führen in der Brauwirtschaft verschieden Wege zum Ziel. Der Beruf des Bierbrauers und Mälzers ist zwar ein handwerklicher Beruf, doch mittlerweile gibt es in Deutschland auch Studiengänge zum Braumeister.

Ausgebildet wird nach dem dualen System. In der Brauerei erlernen Auszubildende in erster Linie praktische Fertigkeiten. Dort durchlaufen sie nach und nach alle Abteilungen des Betriebs. Sie lernen zum Beispiel die Qualität der Rohstoffe zu prüfen, den Maisch- und Kochvorgang durch Zeit-. Temperatur- und Mengenregelung zu führen, die Gärung zu kontrollieren, Wasseranalysen durchzuführen und die Instandhaltung der Anlagen sowie deren Sicherheit zu überprüfen. In der Berufsschule werden dann die theoretischen Grundlagen der Bierherstellung vermittelt.

Die Ausbildungszeit eines Bierbrauers beträgt in der Regel drei Jahre, kann bei Abitur aber um ein Jahr verkürzt werden. Das Bruttogehalt sieht während und nach der Ausbildung wie folgt aus:
1. Ausbildungsjahr: 570-830 Euro
2. Ausbildungsjahr: 670-1.000 Euro
3. Ausbildungsjahr: 770-1.160 Euro

Das Einstiegsgehalt liegt zwischen 2.100-2.500 Euro Brutto. Im Anschluss an die Lehre zum Bierbrauer und Mälzer können Interessierte eine Weiterbildung zum Brau- und Mälzmeister machen. Diese dauert in der Regel ein Jahr. Das Gehalt kann je nach Bundesland und Verantwortungsbereich auf 3.200 bis maximal 6.000 Euro brutto ansteigen.

Der Studiengang Braumeister

Wer eine Hochschulreife besitzt, der kann den Beruf des Braumeisters auf akademischen Weg erlernen. An der TU Berlin und an der TU München gibt es diese Studiengänge bereits seit einigen Jahren. Tatsächlich werden derzeit pro Jahr sogar mehr akademische als handwerkliche Braumeister ausgebildet.

Der Studiengang Brauwesen mit dem Abschluss Diplombraumeister an der TU München dauert in der Regelstudienzeit 7 Semester. Einen Numerus Clausus gibt es in München nicht. Bestandteil des Studiums ist ein 64-wöchiges Praktikum, wovon 52 Wochen während der ersten beiden Studiensemester absolviert werden.

Sei es als Student oder Auszubildender: Wer eine Leidenschaft für das Bierbrauen oder für die Lebensmitteltechnik besitzt, sollte über einen Beruf in der Bierherstellung nachdenken. Ob in einer Brauerei oder Mälzerei, Fachkräfte haben ausgesprochen gute Chancen, sofort nach der Ausbildung eine Stelle zu erhalten.

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Cornelia Weidemann

AutorCornelia Weidemann

Immer auf der Suche nach Neuigkeiten und glücklich mit der Welt, sobald die Hände die Tasten berühren: Cornelia schreibt über Menschen, die ihre Jobs lieben, über Events und Veranstaltungen und über Neues aus der HR-Welt.

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