Studie: Geringere Chef-Gehälter und überlegtere Boni

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18.05.2010
Die Krise dämpft die Gehaltsentwicklung in Westeuropa. Führungskräfte in allen westeuropäischen Ländern mussten sich im vergangenen Jahr mit einer geringeren Erhöhung ihrer Vergütung begnügen als 2008, zeigt eine Kienbaum-Studie. Boni werden nun wesentlich kritischer geprüft und stärker mit den Unternehmenszielen abgeglichen.

In Deutschland stiegen die Jahresgesamtbezüge von Geschäftsführern 2009 durchschnittlich um 2,6 Prozent, während es 2008 noch vier Prozent waren. Über alle Hierarchieebenen hinweg sind die Gehälter in Spanien im vergangenen Jahr sogar nur um zwei Prozent gestiegen; 2008 haben die Unternehmen die Vergütung ihrer Mitarbeiter im Schnitt mit rund vier Prozent noch doppelt so stark erhöht, so die Ergebnisse der Studie "Remuneration in Western Europe 2010".

Stärkere Orientierung an langfristigen Unternehmenszielen
Die Angemessenheit von Bonifikationen für das Top-Management wird nach Angaben der befragten Unternehmen wesentlich kritischer geprüft als vor der Krise. Jedoch sind sich alle Unternehmen einig, dass finanzielle Anreize für Führungskräfte grundsätzlich unverzichtbar sind - vor allem um deren Abwandern zur Konkurrenz zu vermeiden.

"Angesichts des Fachkräftemangels ist es besonders wichtig, die richtige Balance zwischen den langfristigen Zielen des Unternehmens und den Erwartungen der Top-Leute zu finden. Um in wirtschaftlich schlechten Zeiten zukünftig besser gewappnet zu sein, müssen die Unternehmen die Höhe der Bonifikationen stärker an die Unternehmensperformance binden", sagt Kienbaum-Vergütungsexperte Christian Näser.

Anstelle von festen Bonuszahlungen bieten Unternehmen ihren Spitzenkräften daher immer öfter leistungsbezogene Bonifikationen an. In Deutschland zeichnet sich darüber hinaus ein Trend ab, die variable Vergütung vom Management auch auf die Belegschaft auszuweiten. Insgesamt sank der Anteil von Bonuszahlungen am Gesamtgehalt der Geschäftsführer 2009 jedoch aufgrund der Rezension in allen westeuropäischen Ländern deutlich.

Wichtige Einflussfaktoren: Firmengröße und Funktionsbereich
In allen Ländern hängt die Höhe der Vergütung aber in erster Linie von der Größe des Unternehmens ab. Außerdem beeinflusst auch der Funktionsbereich die Höhe der Vergütung: In Großbritannien erzielen Führungskräfte auf der ersten und zweiten Ebene unter der Geschäftsführung in den Bereichen Finanzen sowie Forschung und Entwicklung Spitzengehälter. Ein Bereichsleiter Finanzen in einem Unternehmen mit 100 bis 1.000 Mitarbeitern verdient in Großbritannien zum Beispiel im Median 253.000 Euro, während ein Personalleiter nur 138.000 Euro im Jahr erhält. Diese Unterschiede fallen in anderen Ländern etwas geringer aus.

Über die Studie
Die Managementberatung Kienbaum hat in Zusammenarbeit mit dem European Compensation Network in der Studie die Daten von 137.364 Positionen aus 4.561 Unternehmen in elf Ländern ausgewertet.

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